Die Burg zu Apenburg ist etwa gleich alt wie der jetzige Ort Apenburg.
Die Bezeichnung „Alte Burg“ ist vom Volksmund gebildet und steht nicht
im Gegensatz zu einer neuen Burg. Sie ist die zweite Burganlage, die zur Sicherung des
Purnitzpasses für Salzwedel – Gardelegen bzw. Braunschweig
– Osterburg (hier die Handelsstraßen) angelegt wurde.
Die erste Anlage muss um das Jahr 1000 erfolgt sein und lag etwa 100m
weiter westlich. Sie gehörte dem Geschlecht „von Apenborch“,
welches einen weißen Wolf mit Ähren im blauen Wappen führte.
Der damalige Ort Apenburg, der ebenfalls ca. 100m weiter südwestlich lag,
war eine Siedlung bei dieser Burg. Sie entwickelte sich schnell und hatte bereits im 13.
Jahrhundert Stadtrechte.Im Jahre 1343 brannte in einem
Erbfolgekrieg des Markgrafen Ludwig von Bayern die Stadt Apenburg
mitsamt Kirche und Burg vollständig nieder.
Das Geschlecht „von Apenborch“ wanderte im Zuge der Germanisierung des
Ostens nach Pommern aus. Noch heute sind Spuren von ihnen auf der Ostsee-Insel Wollin zu finden.
Für die moralische Unterstützung, die das Geschlecht
von der Schulenburg dem Markgrafen gewährte, wurden sie im Jahre
1351 mit Stadt und Schloss und den dazu gehörenden Ortschaften
belehnt.
Die Schulenburgs begannen sofort mit der Befestigung der Stadt und der
Anlage einer neuen Burg, wie es ihnen vom Markgrafen zugestanden war.
Die mächtige Stadt Soltwedel (Salzwedel) erhob jedoch aufgrund eines
verbrieften Rechts Einspruch gegen diese Befestigung und drohte Gewalt an.
Der Markgraf kam dieser Absicht zuvor
und besetzte im Februar 1355 die Apenburger Burg. Hierdurch erreichte
er, dass Salzwedel die Befestigung der Stadt Apenburg und der Burg
mit Wall und Graben (jedoch ohne Steinmauer) unter der Bedingung
gestattete, dass ihnen jederzeit die Tore geöffnet würden....
Abbildung
4: Stadt und Burg Apenburg mit Wehranlagen
Die Burg wurde ca. 70m südlich der Stadt, in einem Sumpfgelände auf einer künstlichen Erhöhung erbaut, von einer ca. 6m hohen Steinmauer umgeben und außerdem durch Graben und Wall geschützt. In der Burgmauer ist zu erkennen, dass Bruchziegel (Nonnensteine) der früheren Burg und Kirche neben Natursteinen der abgebrannten Stadt verbaut wurden. Neben dem Bergfried war die Burg bebaut mit dem etwa 25m langem, dreistöckigem Schloßgebäude an der Ostseite, dem Wehrgang auf der Südseite, Wirtschaftsgebäuden auf der Westseite und dem nördlichen Torgebäude. Das Aussehen entspracht den Darstellungen, die nach heute noch sichtbaren Kennzeichen erstellt wurden.

Abbildung 5: Burggrundriss von 1355 und von 1937
Außer von dem Markgrafen wurde
die Burg von mehreren Geschlechterfolgen derer von der Schulenburg
bewohnt; der Letzte war Wulf I bis zum Jahre 1550. Die Herrschaft zog
dann wegen der Baufälligkeit der Gebäude in das inzwischen
erbaute „alte Schloss“ (früher zweistöckig, bis
1992 Kinderkrippe und jetzt wieder Wohnsitz derer von der
Schulenburg. Altes Schloss im Gegensatz zu dem im 17. Jahrhundert
erbauten neuen Schloss – dem späteren Försterhof).
Im Jahre 1572 wurden die Burg und die
Wehranlage restauriert. 1584 wurde der Burgturm mit Ausnahme der
Außenmauern neu erbaut, wobei die Grundfläche auf die
heutige Ausdehnung reduziert wurde; außerdem wurde der Turm von
der ursprünglichen Höhe von 11m auf die jetzige Höhe
von 25m mit Zinnen und Turmdach gebracht. Im dreißigjährigen
Krieg (von 1618 bis 1648) hat die Burg in den hier ausgefochtenen
Kämpfen zwischen den Schweden und den Kaiserlichen Truppen unter
Tilly und versprengten Horden mehrfach als Zuflucht für die
Apenburger Bevölkerung gedient. Nach diesen Kriegen ist die Burg
zusehends verfallen, denn im Burgfrieden von 1642 heißt es,
dass „die Burg nicht mehr in wehrhaftem Stande“ sei. In
den Jahren 1840/41 wurde der Turm wiederhergestellt.
Dabei wurde der jetzige Zustand geschaffen und der Turm im Innern mit Treppen versehen.
Seitdem wird er als Aussichtsturm genutzt. Bei dieser Restauration wurden die
baufälligen Gebäude (und wahrscheinlich auch das alte
Torgebäude) entfernt.

Abbildung 6: Turmquerschnitt
1848 wurden mit den Ortsbefestigungsanlagen auch die Anlagen der Burg zugeschüttet. Die Erdwälle wurden entweder in den Burggraben gezogen oder/ und im Inneren zur Aufschüttung verwandt. Da für die Burg keine Verwendung mehr vorhanden war, wurde sie 1860 in ein Erbbegräbnis des Hauses Schulenburg umgewandelt. Hierzu wurden die beidseitigen Hügel im Burghof errichtet und die Kapelle erbaut. Die erste Beisetzung erfolgte 1870, die letzte 1999!

Abbildung 7: Tor vom Turm aus gesehen (beim Burgfest 2006)

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8: Reinigung der Grabstätten an der Westfront

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9: Rasen mähen ist in der Saison immer aktuell
Abbildung 10: Turmfeger
Durch die Erlasse der Sowjetischen Militäradministration wurden die Besitzungen von der Schulenburg nach dem 2. Weltkrieg enteignet. Die Burg wurde vom Landeskonservator unter Denkmalschutz gestellt und dem Rat der Gemeinde zur Betreuung übergeben. Die Burg ist seitdem für den Besucherverkehr geöffnet, welcher am Wochenende ausschließlich durch die Arbeitsgruppe „Alte Burg“ abgedeckt wird. Die Arbeitsgruppe zeichnet auch verantwortlich für die ehrenamtliche Arbeit zur Instandhaltung und Pflege der Innenanlage.


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12: Die "Alte Burg" im Sonnenuntergang
Die Burg ist nicht nur ein wunderschöner Aussichtspunkt , von dem aus man sogar den
schiefen Turm der Marienkirche in der Hansestadt Salzwedel erkennen
kann, sie ist auch ein ehrwürdiger Zeuge aus Apenburgs
Vergangenheit.
Alljährlich kommen zahlreiche Besucher aus ganz Deutschland nach Apenburg, um unsere Burg kennenzulernen und
von der Spitze des Bergfrieds aus die Umgebung zu erkunden und sich so selbst ein Bild von der
wunderschönen Altmark zu machen.

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13: Bus aus Könnigde

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14: Heimatverein "Hennings von Treffenfeld" aus Könnigde
Am 16. August 2008 kam der Heimatverein "Hennings von
Treffenfeld" aus Könnigde gleich mit einem Bus und die Vereinsmitglieder nahmen
nach der Burgbesteigung innerhalb der Burg einen mitgebrachten Imbiss zu sich.
Zuvor hatten wir z.B. Besucher vom Niederrhein und aus Berlin, einen Geo-Archäologen nebst Gattin aus Celle(?),
(der bestimmt auch gern mal an unserer Burg buddeln würde), eine Reisegruppe aus
Göttingen...
Leider ist es nicht jedesmal möglich, eine Führung zu organisieren, aber
die AG Alte Burg wird neuerdings personell von unserer Bibliothekarin Frau Subke unterstützt.
Per Aushang im Burgtor kann sich jeder Besucher informieren,
wer von den AG-Mitgliedern telefonisch erreichbar ist!
Abbildung 15: Der in Apenburg zum Ritter geschlagene Florian Reek
Zunehmend wird die Burg und ihr Umfeld ihrer Bedeutung als „Kulturpunkt Alte Burg“ gerecht. Allen anderen Veranstaltungen voran ist das alljährliche Burgfest am ersten September-Wochenende zu nennen, aber auch Chorveranstaltungen, Bibliothekslesungen, Konzerte oder auch cineastischen Vorstellungen verleiht die „Alte Burg zu Apenburg“ ein ganz besonderes Flair!

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16: Panoramablick Nord/ Ost
Man kommt auch nicht umhin, die vom Burgturm
sichtbare Umgebung einer weiteren Erkundung per Fahrrad oder
Pferdeplanwagen zu empfehlen. In jedem Dorf gibt es Besonderes zu
entdecken; so ist das Langobardendorf in Zethlingen eine Empfehlung für angehende
Archäologen und im Museumsdorf Diesdorf (etwa 25 km) erfährt man einiges aus
dem Leben unserer Altvorderen.Überall gibt es auch besondere Veranstaltungen für
Kinder und ganze Gruppen!
Wer nicht genug bekommen kann, findet nicht nur in der Altmark, sondern auch in Richtung
Niedersachsen oder Drömling lohnenswerte Ausflugsziele!
Natürlich kann man aber auch mehrere Tage in Apenburg verweilen, neben den
erwähnten Pferdeplanwagen gibt es Übernachtungsmöglichkeiten im
„Lindenhof“ (tolle Küche!!) oder in
„Bines FamilyCamp“!
Kulinarisch empfehlen sich der „Apenburger Hof“ gegenüber der Kirche und auch der Mittagstisch der
Schulküche mit bester Hausmannskost.
Im Nachbarort Winterfeld gibt es an der B71 gleich
mehrere Lokalitäten mit erstklassigem Service !
Bemerkungen: Die Apenburger Burg
war nie eine Raubritterburg . Entgegen einer falschen
Chronisten-Wiedergabe bestand kein unterirdischer Gang von Apenburg
zum Schulenburgschen Schloss in Beetzendorf . Eher gab es einen
solchen in umgekehrter Richtung, dieser endete zwischen Hohentramm
und Siedengrieben.
Burgbesucher können sich von Mai bis Anfang Oktober in der Zeit von 08:00 Uhr bis 18:00 Uhr bei den diensthabenden Mitgliedern der
Arbeitsgruppe „Alte Burg“ zu Führungen anmelden.
Burgdienst 2010 | Tel: 039001/ | Handy | |
31.07.-01.08. | Elke Friedrichs | 439 | |
07.08.-08-08. | Helmut Hardenberg | 275 | |
14.08.-15.08. | Horst Gottschling | 513 | |
21.08.-22.08. | Henry Hardenberg | 275 | |
28.08.-29.08. | Andreas Schwieger | 700 | |
04.09.-05.09. | Burgfest (alle) | ||
11.09.-12.09. | Eberhard Dierks | 550 | |
18.09.-19.09. | Karl-Heinz Schmidt | 226 | |
25.09.-26.09. | Rebecca Reek | 906971 | |
02.10.-03.10. | Jörg-Peter Kintzel | 906971 | 16092352423 |
Änderungen vorbehalten ! | |||