Die Burg Apenburg, genannt „Alte Burg“


Abbildung 1: Die "Alte Burg"

Die Burg zu Apenburg ist etwa gleich alt wie der jetzige Ort Apenburg.
Die Bezeichnung „Alte Burg“ ist vom Volksmund gebildet und steht nicht im Gegensatz zu einer neuen Burg. Sie ist die zweite Burg­anlage, die zur Sicherung des Purnitz­passes für Salzwedel – Gardelegen bzw. Braunschweig – Osterburg (hier die Handels­straßen) angelegt wurde.


Familienwappen von Apenburg
Abbildung 2: Familienwappen von Apenburg

Die erste Anlage muss um das Jahr 1000 erfolgt sein und lag etwa 100m weiter westlich. Sie gehörte dem Geschlecht „von Apenborch“, welches einen weißen Wolf mit Ähren im blauen Wappen führte.


Der damalige Ort Apenburg, der ebenfalls ca. 100m weiter südwestlich lag, war eine Siedlung bei dieser Burg. Sie entwickelte sich schnell und hatte bereits im 13. Jahrhundert Stadt­rechte.Im Jahre 1343 brannte in einem Erb­folge­krieg des Markgrafen Ludwig von Bayern die Stadt Apenburg mitsamt Kirche und Burg vollständig nieder.

Das Geschlecht „von Apenborch“ wanderte im Zuge der Germanisierung des Ostens nach Pommern aus. Noch heute sind Spuren von ihnen auf der Ostsee-Insel Wollin zu finden.


Abbildung 3: Torschlüssel


Für die moralische Unter­stützung, die das Geschlecht von der Schulenburg dem Markgrafen gewährte, wurden sie im Jahre 1351 mit Stadt und Schloss und den dazu gehörenden Ortschaften belehnt. Die Schulenburgs begannen sofort mit der Befestigung der Stadt und der Anlage einer neuen Burg, wie es ihnen vom Markgrafen zugestanden war.
Die mächtige Stadt Soltwedel (Salzwedel) erhob jedoch aufgrund eines verbrief­ten Rechts Einspruch gegen diese Befestigung und drohte Gewalt an. Der Markgraf kam dieser Absicht zuvor und besetzte im Februar 1355 die Apenburger Burg. Hierdurch erreichte er, dass Salzwedel die Befestigung der Stadt Apenburg und der Burg mit Wall und Graben (jedoch ohne Steinmauer) unter der Bedingung gestattete, dass ihnen jederzeit die Tore geöffnet würden....



Abbildung 4: Stadt und Burg Apenburg mit Wehranlagen


Die Burg wurde ca. 70m südlich der Stadt, in einem Sumpf­gelände auf einer künst­lichen Erhöhung erbaut, von einer ca. 6m hohen Steinmauer umgeben und außerdem durch Graben und Wall geschützt. In der Burgmauer ist zu erkennen, dass Bruch­ziegel (Nonnensteine) der früheren Burg und Kirche neben Natur­steinen der abgebrannten Stadt verbaut wurden. Neben dem Bergfried war die Burg bebaut mit dem etwa 25m langem, dreistöckigem Schloßgebäude an der Ostseite, dem Wehrgang auf der Südseite, Wirtschafts­gebäuden auf der West­seite und dem nördlichen Torgebäude. Das Aussehen entspracht den Darstellungen, die nach heute noch sichtbaren Kennzeichen erstellt wurden.



Abbildung 5: Burggrundriss von 1355 und von 1937



Außer von dem Mark­grafen wurde die Burg von mehreren Geschlechter­folgen derer von der Schulenburg bewohnt; der Letzte war Wulf I bis zum Jahre 1550. Die Herrschaft zog dann wegen der Baufälligkeit der Gebäude in das inzwischen erbaute „alte Schloss“ (früher zweistöckig, bis 1992 Kinderkrippe und jetzt wieder Wohnsitz derer von der Schulenburg. Altes Schloss im Gegensatz zu dem im 17. Jahrhundert erbauten neuen Schloss – dem späteren Försterhof). Im Jahre 1572 wurden die Burg und die Wehranlage restauriert. 1584 wurde der Burgturm mit Ausnahme der Außenmauern neu erbaut, wobei die Grundfläche auf die heutige Ausdehnung reduziert wurde; außerdem wurde der Turm von der ursprünglichen Höhe von 11m auf die jetzige Höhe von 25m mit Zinnen und Turmdach gebracht. Im dreißigjährigen Krieg (von 1618 bis 1648) hat die Burg in den hier ausgefochtenen Kämpfen zwischen den Schweden und den Kaiserlichen Truppen unter Tilly und versprengten Horden mehrfach als Zuflucht für die Apenburger Bevölkerung gedient. Nach diesen Kriegen ist die Burg zusehends verfallen, denn im Burgfrieden von 1642 heißt es, dass „die Burg nicht mehr in wehrhaftem Stande“ sei. In den Jahren 1840/41 wurde der Turm wieder­hergestellt.
Dabei wurde der jetzige Zustand geschaffen und der Turm im Innern mit Treppen versehen. Seitdem wird er als Aussichtsturm genutzt. Bei dieser Restauration wurden die baufälligen Gebäude (und wahrscheinlich auch das alte Torgebäude) entfernt.


Abbildung 6: Turmquerschnitt

















1848 wurden mit den Orts­befestigungs­anlagen auch die Anlagen der Burg zugeschüttet. Die Erdwälle wurden entweder in den Burggraben gezogen oder/ und im Inneren zur Aufschüttung verwandt. Da für die Burg keine Verwendung mehr vorhanden war, wurde sie 1860 in ein Erbbegräbnis des Hauses Schulenburg umgewandelt. Hierzu wurden die beidseitigen Hügel im Burghof errichtet und die Kapelle erbaut. Die erste Beisetzung erfolgte 1870, die letzte 1999!




Abbildung 7: Tor vom Turm aus gesehen (beim Burgfest 2006)


Abbildung 8: Reinigung der Grabstätten an der Westfront


Abbildung 9: Rasen mähen ist in der Saison immer aktuell



Abbildung 10: Turmfeger


Durch die Erlasse der Sowjetischen Militäradministration wurden die Besitzungen von der Schulenburg nach dem 2. Weltkrieg enteignet. Die Burg wurde vom Landes­konservator unter Denkmalschutz gestellt und dem Rat der Gemeinde zur Betreuung übergeben. Die Burg ist seitdem für den Besucher­verkehr geöffnet, welcher am Wochenende ausschließlich durch die Arbeits­gruppe „Alte Burg“ abgedeckt wird. Die Arbeitsgruppe zeichnet auch verantwortlich für die ehren­amtliche Arbeit zur Instand­haltung und Pflege der Innen­anlage.


Abbildung 11: Neusetzen der Toreinfahrt


Abbildung 12: Die "Alte Burg" im Sonnenuntergang

Die Burg ist nicht nur ein wunder­schöner Aussichts­punkt , von dem aus man sogar den schiefen Turm der Marien­kirche in der Hanse­stadt Salzwedel erkennen kann, sie ist auch ein ehrwürdiger Zeuge aus Apenburgs Vergangenheit.
Alljährlich kommen zahlreiche Besucher aus ganz Deutschland nach Apenburg, um unsere Burg kennen­zulernen und von der Spitze des Bergfrieds aus die Umgebung zu erkunden und sich so selbst ein Bild von der wunderschönen Altmark zu machen.


Abbildung 13: Bus aus Könnigde


Abbildung 14: Heimatverein "Hennings von Treffenfeld" aus Könnigde


Am 16. August 2008 kam der Heimatverein "Hennings von Treffenfeld" aus Könnigde gleich mit einem Bus und die Vereins­mitglieder nahmen nach der Burg­besteigung innerhalb der Burg einen mitgebrachten Imbiss zu sich.

Zuvor hatten wir z.B. Besucher vom Niederrhein und aus Berlin, einen Geo-Archäologen nebst Gattin aus Celle(?), (der bestimmt auch gern mal an unserer Burg buddeln würde), eine Reisegruppe aus Göttingen...
Leider ist es nicht jedesmal möglich, eine Führung zu organisieren, aber die AG Alte Burg wird neuerdings personell von unserer Bibliothekarin Frau Subke unterstützt.

Per Aushang im Burgtor kann sich jeder Besucher informieren, wer von den AG-Mitgliedern telefonisch erreichbar ist!



Abbildung 15: Der in Apenburg zum Ritter geschlagene Florian Reek




Zunehmend wird die Burg und ihr Umfeld ihrer Bedeutung als „Kultur­punkt Alte Burg“ gerecht. Allen anderen Veranstal­tungen voran ist das alljähr­liche Burgfest am ersten September-­Wochenende zu nennen, aber auch Chor­veranstaltungen, Bibliotheks­lesungen, Konzerte oder auch cineastischen Vorstellungen verleiht die „Alte Burg zu Apenburg“ ein ganz besonderes Flair!








Vorschubanweisung für Druckausgabe


Abbildung 16: Panoramablick Nord/ Ost


Man kommt auch nicht umhin, die vom Burgturm sichtbare Umgebung einer weiteren Erkundung per Fahrrad oder Pferdeplanwagen zu empfehlen. In jedem Dorf gibt es Besonderes zu entdecken; so ist das Langobardendorf in Zethlingen eine Empfehlung für angehende Archäologen und im Museumsdorf Diesdorf (etwa 25 km) erfährt man einiges aus dem Leben unserer Altvorderen.Überall gibt es auch besondere Veranstaltungen für Kinder und ganze Gruppen!

Wer nicht genug bekommen kann, findet nicht nur in der Altmark, sondern auch in Richtung Niedersachsen oder Drömling lohnenswerte Ausflugsziele!

Natürlich kann man aber auch mehrere Tage in Apenburg verweilen, neben den erwähnten Pferde­planwagen gibt es Über­nachtungs­möglich­keiten im „Lindenhof“ (tolle Küche!!) oder in „Bines FamilyCamp“! Kulinarisch empfehlen sich der „Apenburger Hof“ gegenüber der Kirche und auch der Mittagstisch der Schulküche mit bester Hausmannskost.

Im Nachbarort Winterfeld gibt es an der B71 gleich mehrere Lokalitäten mit erstklassigem Service !

Bemerkungen: Die Apenburger Burg war nie eine Raub­ritter­burg . Entgegen einer falschen Chronisten-­Wieder­gabe bestand kein unter­irdischer Gang von Apenburg zum Schulen­burg­schen Schloss in Beetzendorf . Eher gab es einen solchen in umgekehrter Richtung, dieser endete zwischen Hohentramm und Siedengrieben.

Burgbesucher können sich von Mai bis Anfang Oktober in der Zeit von 08:00 Uhr bis 18:00 Uhr bei den dienst­habenden Mitgliedern der Arbeitsgruppe „Alte Burg“ zu Führungen anmelden.

 

Burgdienst 2010

Tel: 039001/

Handy

31.07.-01.08.

Elke Friedrichs

439

 
    

07.08.-08-08.

Helmut Hardenberg

275

 

14.08.-15.08.

Horst Gottschling

513

 

21.08.-22.08.

Henry Hardenberg

275

 

28.08.-29.08.

Andreas Schwieger

700

 
    

04.09.-05.09.

Burgfest (alle)

  

11.09.-12.09.

Eberhard Dierks

550

 

18.09.-19.09.

Karl-Heinz Schmidt

226

 

25.09.-26.09.

Rebecca Reek

906971

 
    

02.10.-03.10.

Jörg-Peter Kintzel

906971

16092352423

    

Änderungen vorbehalten !


e-mail an die AG Alte Burg      Homepage Flecken Apenburg      Handy-Film vom Burgfest 2007 „Apenburg Aktuell“ von Marcus Baumgarten
für das Internet umgesetzt      Luftbild von Apenburg
(ungefragt eingestellt)      Online-Lexikon Wikepedia      Homepage AG Alte Burg,
gestaltet von Andreas Schwieger      Homepage Pferdewohnwagen Altmark      Kulturpunkt Apenburg/ Altmark      Bines FamilyCamp      Hennings von Treffenfeld      Schulküche Apenburg
Inh. Ellen Schulz
Tel:039001/548

01718357041
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